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Projektziel und Anforderungsprofil für hochwertige Träger aus Sicht des Systemlieferanten

Dr. Josef Mittermeier, Dräxlmaier Group, Vilsbiburg

Im Kraftfahrzeuginterieur ist eine Vielzahl von Trägerwerkstoffen im Einsatz. Der Schwerpunkt liegt auf den kurz- oder langfaserverstärkten Thermoplasten und Duromeren, die insbesondere hohe Steifigkeiten bieten.

In den letzten Jahren wurde insbesondere naturfaserverstärktes Polyurethan (NFPU) als Trägerwerkstoff für Kfz-Innenausstattungen entwickelt und in Serie eingesetzt. NFPU weist gegenüber glasfaserverstärktem Polyurethan eine Reihe von ökologischen und technischen Vorteilen auf:

  • Energiesparende Rohstoffgewinnung und Verarbeitung
  • Ökologische und arbeitsmedizinische Unbedenklichkeit
  • Neutrale CO2-Bilanz
  • Relativ niedrige Dichte (Leichtbaupotential)
  • Relativ hohe Steifigkeit und Festigkeit
  • Gute Schall- und Wärmedämmung
  • Geringe Abrasivität (Schonung des Formwerkzeugs)
NFPU ist derzeit für flächige Kfz-Innenausstattungsteile, insbesondere Seitentürverkleidungen, Hutablagen, etc. im Serieneinsatz. Allein die Dräxlmaier Group verarbeitet für diese Komponenten jährlich 940.000 m2 Naturfasermatten.

Ausgangsbasis sind Naturfasermatten, die geschnitten, mit den PU-Reaktionskomponenten besprüht und in einer Form zum fertigen Bauteil verpresst werden.

Diese Fertigungstechnik funktioniert bei flächigen Bauteilen wie Türverkleidungen, Hutablagen, etc. sehr gut, bereitet aber bei dreidimensionalen Bauteilen Schwierigkeiten.

Verbesserungspotential besteht weiterhin in der Qualitätssteigerung und Qualitätssicherung von Naturfasermatten. Ein immer wiederkehrendes Argument gegen Naturfasern liegt gerade in der relativ großen Eigenschaftsschwankung von natürlichen Werkstoffen. Zur Lösung dieses Problems ist es notwendig, bereits beim Pflanzenanbau wie auch bei der Faseraufbereitung der Qualitätskontrolle einen sehr hohen Stellenwert einzuräumen.

Dadurch könnte z.B. erstmals ermöglicht werden, Airbagklappen aus naturfaserverstärkten Werkstoffen zu fertigen.

Eine weitere Zielsetzung wäre der Einsatz von Biopolymeren und die Erarbeitung eines Recyclingkonzepts. Mit Biopolymeren könnte ein Werkstoff angeboten werden, der zu 100% aus nachwachsenden Rohstoffen besteht.

Zur Weitererntwicklung von NFPU mit obigen Entwicklungsschwerpunkten wurde ein Verbundforschungsprojekt initiiert. Projektpartner sind die Dräxlmaier Group, sowie die Agro-Dienst GmbH, die u.a. eine Anlage zur Herstellung von Nadelfilzen betreibt. Die beiden Projektpartner werden durch die Invent GmbH, Braunschweig, und das Faserinstitut Bremen e.V. fachlich unterstützt.



Dr. Dipl.-Ing. Phy. Josef Mittermeier
CDST Dräxlmaier Systemtechnik GmbH
Landshuter Straße 100
84137 Vilsbiburg

phone: +49-8741-47-1244
fax: +49-8741-47-1930
e-mail: mittermeier.josef@draexlmaier.de

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