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RIKO - Realisierung innovativer Konstruktionswerkstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen

Dr. A. Baar, RIKO, Braunschweig / Göttingen

Historie und Fokus
Nachwachsende Rohstoffe leisten einen wesentlichen Beitrag zum nachhaltigen Wirtschaften. Dies durch Schonung endlicher Ressourcen und durch die Nutzung von Konstruktionsleistungen der Natur. Naturfaserverbundwerkstoffe erfüllen dieses Eigenschaftsprofil im besonderen Maße, weil Naturfasern besonderes leicht sind und bezogen auf ihr Gewicht ähnliche technische Eigenschaften wie Glasfasern besitzen.
Vor diesem Hintergrund wurde RIKO 1998 durch das Niedersächsische Ministerium für den ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz initiiert, um die Potentiale für die Entwicklung neuer Produktlinien zu ermitteln und diese gezielt für die Schaffung neuer Wertschöpfung insbesondere für die Landwirtschaft einzusetzen.

Die Entwicklung des Kompetenznetzes
RIKO hat gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) e. V. - Institut für Strukturmechanik, Braunschweig, ein umfangreiches Netzwerk mit Partnern auf allen Stufen der Wertschöpfungskette aufgebaut. Das Netzwerk umfasst alle Branchen, in denen das Thema "Leichtbau" eine Bedeutung besitzt und insbesondere Unternehmen, die nachhaltige Wirtschaftsstrategien als Wettbewerbsvorteil erkannt haben.
RIKO hat zahlreiche Produktentwicklungen mit Pilotfunktion angestoßen und diese bis zur Marktreife begleitet. Beispiele hierfür sind ein Industrieschutzhelm aus nachwachsenden Rohstoffen (Innovationspreis der IHK Braunschweig 2000), Innenverkleidungselemente im Schienenfahrzeugbau (Hamburger Hochbahn AG) sowie im Automobilbau.
1998 hat RIKO mit ca. 200 Partnern begonnen und koordinierte zum Zeitpunkt der Anerkennung als Kompetenznetz bei "kompetenznetze.de" im Jahre 2001 über 1.300 Partner in ca. 600 Unternehmen und Instituten. Heute sind über 1.500 Partner eingebunden, die in Forschung, Wirtschaft und Verwaltung das Thema bundesweit bewegen. Darüber hinaus hat RIKO eine jährliche Fachtagung zum Thema Konstruktionswerkstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen etabliert, auf der im Jahr 2003 bereits zum sechsten Male nationale Fachexperten und Anwender zusammenkommen werden.

Zukunftspotential und Weiterentwicklung
Aktuell orientiert sich RIKO auf europäischer Ebene, um die Entwicklung und Marktdurchsetzung von Konstruktionswerkstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen mit europäischen Partnern und Netzwerken voranzutreiben.
Darüber hinaus wird RIKO vom Markt auch auf angrenzende Themenbereiche angesprochen. Treiber hierfür ist der Trend zum Angebot von werkstofflich homogenen Systemen, die möglichst vollständig auf nachwachsenden Rohstoffen basieren sollen und die Forderung nach geschlossenen auch energetischen Verwertungssystemen im Rahmen der Kreislaufwirtschaft. Beispiele hierfür sind die Lackierung von Innenverkleidungselementen, die Ausrüstung dieser Verkleidungen mit spritzgegossenen Befestigungselementen oder der Einsatz mineralischer Flammschutzmittel.
Für das Kompetenznetz RIKO bestehen somit optimale Vorraussetzungen für die zielorientierte Weiterentwicklung sowie für die Festigung und den Ausbau der erfolgreichen Zusammenarbeit im Kompetenznetz und auf der Kommunikationsplattform "kompetenznetze.de".

Aktuelles Highlight
Aktuelles Highlight ist die erste Instrumententafel aus naturfaserverstärkten Polymeren, die für den Einsatz im Premium-Segment der Daexlmaier Group entwickelt wurde
Die Fa. Daexlmaier fertigt bereits naturfaserverstärkte Innenverkleidungen (Türen, Sitzrückwände etc.) in Serie, z. b. für DaimlerChryser (S-Klasse, E-Klasse, Maybach), BMW (7-er), Jagurar etc. Jetzt ist es auch gelungen, in einem durch das Land Niedersachsen geförderten Verbundprojekt, diesen Werkstoff für Instrumententafeln zu qualifizieren. Damit kann jetzt der gesamte Innenraum (überwiegend mit Leder bezogene Elemente) mit einem Material realisiert werden. Dies reduziert die Materialvielfalt, verbessert die Entsorgungsmöglichkeiten und erhöht die Fertigungsqualität, insbesondere im Bereich der kritischen Spaltmaße.


Dr. Andreas Baar
Kompetenznetz RIKO
Realisierungskonzept Konstruktionswerkstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen

phone: +49-0531-24466-70
fax: +49-0531-24466-77
e-mail: a.baar@riko.net

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