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Aktivitäten und Entwicklungen (zu Naturfaserverbundstoffen) im europäischen IENICA-Netzwerk

Dipl.-Ing. K. Gildhorn und M.A. N. Lack, FNR e. V., Gülzow, dt. IENICA-Projektpartner

Das IENICA Projekt, welches von DG Research der EU unter dem 4 Rahmenprogramm (FAIR CT96-1495) gefördert wird, umfass 14 Länder der Europäischen Union, 8 Beitrittsländer sowie 4 weitere Staaten und wird im März 2004 auslaufen.

Pflanzen aus dem Nichtnahrungsmittelbereich und deren Produkte müssen marktorientiert produziert werden. Das Preis/Leistungsverhältnis dieser Produkte muss den konventionellen ebenbürtig sein. Weiterhin besteht Bedarf an Verifikation von Produktionsketten, um ein definiertes Endprodukt zu erhalten. IENICA verfolgt eine Schnittstellenfunktion im europäischen Maßstab und vernetzt Kompetenzzentren für nachwachsende Rohstoffe. Für Deutschland ist dies die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. Die Hauptaufgabe von IENICA liegt in der Sammlung von nationalen Reporten über Anbau und Verwendung von Industriepflanzen und deren Anwendung in den einzelnen Staaten. Weiterhin werden Konferenzen und Workshops organisiert und durchgeführt. IENICA konzentriert sich nicht auf einzelne Produkte oder Produktspezifikationen.

Trotz über 160 Millionen Euros EU-Förderungen ist der Einsatz von NaWaRos in den EU 15 bisher zu niedrig. Deutschland gilt als Land mit der schnellsten Entwicklung. Ein geringes Bewusstsein für den Anbau, die Produktion bzw. Weiterverarbeitung und Unwissen über die Lieferketten werden als Gründe genannt. Bei einer Nachfrage von großen Mengen nachwachsender Rohstoffe ist die Lieferkette zu fragmentiert.

Die Ergebnisse des Netzwerkes zeigen, dass das Substitutionspotenzial für petrochemische Produkte durch nachwachsende Rohstoffe sehr hoch ist, vor allem auf dem Öl- und Fasersektor. Neben der Textilindustrie verspricht vor allem der Markt an Naturfaserverbundstoffen und hier vor allem für die Automobilindustrie die höchsten Wachstumspotenziale. Die europäische Jahresproduktion an Fahrzeugen liegt bei 18 Millionen. Ein Bedarf von 20 kg Naturfasern pro Fahrzeug ergibt 360.000 Tonnen Naturfasern, die in etwa einer Million Naturfaserverbundstoffen aufgehen können.

Nachdem die Beitrittskandidaten ihre nationalen Reporte eingegeben haben, wird der Gesamtreport für Europa erstellt. Weiterhin wird ein Agronomy Guide für europäische Landwirte erarbeitet, in welchem Anbaubedingungen und Anforderungen an nachwachsende Rohstoffe erläutert werden. Bei Weiterführung des Projektes durch die EU sollen die gesammelten Daten der Reporte über eine Datenbank einfacher zugänglich gemacht werden und verstärkt Seminare und Workshops für die Industrie durchgeführt werden.


Dipl.-Ing. Kai Gildhorn
Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.
Hofplatz 1
18276 Gülzow

phone: +49-0531-24466-70
fax: +49-0531-24466-77
e-mail: k.gildhorn@fnr.de
internet: www.ienica.net

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