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Vergleichende Bewertung heimischer Faserpflanzen für hochwertige Industriefasern und ihre Bedeutung für Niedersachsen

Dr. H. von Francken-Welz, NaRo.Net Kompetenzzentrum Nachwachsende Rohstoffe, Werlte

Für die Produktion von natürlichen Industriefasern stehen in Mitteleuropa die Arten Lein, Hanf und Fasernessel zur Verfügung. Diese drei Arten wurden in einem direkten Vergleich auf ihre Leistungspotenziale und mechanischen Festigkeiten untersucht.

Im Vergleich der Arten ist bezüglich der Leistungsfähigkeit der Hanf am günstigsten zu bewerten, wobei allerdings zwischen den Sorten große Schwankungen auftreten. Beim Lein können die besten Sorten die gleichen Leistungen wie mittlere Hanfsorten erreichen. Es ist außerdem eine Doppelnutzung bei allen Sorten möglich. Auf stickstoffreichen Standorten ist der Leinanbau allerdings nicht zu empfehlen. Damit die Fasernessel konkurrenzfähig wird, ist eine züchterische Verbesserung des Faseranteils nötig. Die Unterschiede in den Qualitätseigenschaften zwischen den Arten machen deutlich, dass die Fasern jeder der drei Arten für unterschiedliche Einsatzbereiche besonders gut geeignet sind.

Nachdem Anbauversuche mit Flachs in den 90er Jahren in Niedersachsen eher enttäuschend ausgefallen sind und ein ökonomischer Anbau nicht sinnvoll ist, entwickelt sich die Region Weser-Ems als die bedeutendste Hanfanbauregion in Deutschland. Ausgehend von einer Anbaufläche von 214 ha (1996) wurden in 2002 bereits 800 ha Hanf im Vertragsanbau für die Firmen Hemp Flax, Oude Pekelar (NL) und Agro Dienst GmbH, Huntlosen erzeugt von bundesweit 2000 ha Faserpflanzenanbau. In 2003 ist die Anbaufläche in den Regionen Weser-Ems und Oldenburg auf knapp 1600 ha ausgeweitet worden. Diese Regionen stellen somit das Zentrum des Hanfanbaus in Deutschland dar.


Dr. Herbert v. Francken-Welz
Kompetenzzentrum Nachwachsende Rohstoffe
Unfriedstraße 14
49757 Werlte

phone: +49-05951-9893-10
fax: +49-05951-9893-11
e-mail: info@komnaro.de
internet: www.ris-naro.net

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