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News -
IHK-Technologietransferpreis 2000
Die Preisträger
Dr.-Ing. Ulrich Riedel (geb. 1968), Chemiestudium an der TU Braunschweig (Dipl.-Chem.), seit 1995 Projektleiter BioVerbunde am Institut für Strukturmechanik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e.V. in Braunschweig, promovierte 1999 mit dem Thema "Entwicklung und Charakterisierung von Faserverbundwerkstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen".
Dipl.-Ing. (FH) Jürgen Mosch (geb. 1969) war nach dem Studium an der Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel zunächst als Projektingenieur bei der Invent GmbH in Braunschweig beschäftigt und wechselte 1999 zum Institut für Strukturmechanik.
Wolfgang Hagedorn schloss 1975 die Ausbildung zum Maschinenbauer ab. Nach seinen Tätigkeiten am DLR-Windkanal und in der Modellbauwerkstatt ist er seit 1988 im Institut für Strukturmechanik tätig.
Eigenschaftsprofil von Faserverbundwerkstoffen
Ausgehend von zahlreichen Anwendungen in der Luft- und Raumfahrt haben sich Faserverbundwerkstoffe auch in anderen Bereichen der Technik etabliert und gewinnen zunehmend an Bedeutung. Dies ist auf folgende Eigenschaften zurückzuführen:
- hervorragendes Leichtbaupotential (wegen hoher spezifischer Festigkeit und Steifigkeit)
- gute Korrosions- und Medienbeständigkeit
- hohe Dämpfung
- Konstruierbarkeit von richtungsabhängigen Eigenschaften durch gezielte Orientierung der Fasern in Richtung der zu erwartenden Beanspruchung
Der Umwelt zuliebe
Angesichts zunehmender Umweltbelastungen müssen neben Energieeinspareffekten durch Leichtbauweisen auch Aspekte der Rohstoffgewinnung und stofflichen Verwertung nach dem Ende von Produktlebenszeiten betrachtet werden. Hier bieten naturfaserverstärkte Biopolymere auf der Basis nachwachsender Rohstoffe - sogenannte Bio-Verbundwerkstoffe - hervorragende Lösungsansätze. Einsatzbereiche für biologische Faserverbunde finden sich u.a. in der Möbelindustrie, dem Automobilbau sowie in der Freizeit- oder Sportartikelindustrie. Damit ist der Technologietransfer ebenfalls ein hervorragendes Beispiel für umsetzbare Diffusionsprozesse in weite Bereiche anderer Wirtschaftssektoren. Werden Pflanzenfasern wie z.B. Flachs, Hanf oder auch Ramie (Zellulosefasern) in biopolymere Matrizes (z.B. Zellulose-, Stärke-, Schellack- oder Pflanzenölderivate) eingebettet, so können Faserverbunde hergestellt werden, die durch CO2-neutrale thermische Verwertung, durch klassisches Recycling oder auch durch Kompostierung umweltverträglich im Stoffkreislauf geführt werden. Das hier beschriebene Bio-Verbundwerkstoffkonzept am Beispiel eines Industrieschutzhelmes stellt den Transfergegenstand dar. Vorteile, die sich durch den Transfer ergeben sind:
- Der Helm bietet dem menschlichen Kopf einen zuverlässigen Schutz (DIN EN 397).
- Die eingesetzten Materialien der Helmschale bestehen zu ca. 80 bis 90 % aus nachwachsenden Rohstoffen.
- In der Entwicklung wurden gezielt die Vorteile von Naturfasern genutzt wie:
- hohe spezifische Festigkeit bei geringem Gewicht (Leichtbau),
- Erhöhung des Tragekomforts,
- hohes Energieaufnahmevermögen und damit verbesserter Schutz.
- Die Helmschale kann mit natürlichen Farben eingefärbt werden.
Im Rahmen einer kleinen Ausstellung zur Preisverleihung konnten sich die Gäste von den Vorteilen der Bio-Verbundwerkstoffe an einigen Exponaten, wie z.B. Türinnenverkleidung, Lautsprecherboxen, Konstruktionselementen und dem Industrieschutzhelm überzeugen.
Weitere Informationen rufen Sie im Internet ab:
www.braunschweig.ihk.de (IHK Braunschweig)
www.braunschweig.ihk.de/pttp.htm (Übersicht über den Technologietransferpreis)
www.braunschweig.ihk.de/ttp_rmh.htm (Technologietransferpreis 2000)
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