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Produkte - Neue Werkstoffe im Rudern
Betrachtet man den derzeitigen Stand der verwendeten Werkstoffe im Ruderbootbau, so trifft man fast auf ausschließlich faserverstärkte Kunststoffe. Der Werkstoff Holz ist für die Bootshülle bis auf wenige Ausnahmen nicht mehr in Verwendung. Ruderboote werden heute fast komplett aus erdölbasierten Werkstoffen hergestellt. Die geringer werdenden Ressourcen lassen den Ölpreis weiter steigen. Damit werden auch Ruderboote in Zukunft im Preis steigen. Duroplastisch faserverstärkte Kunststoffe lassen sich nur in kleinem Umfang wieder in den Wertstoffkreislauf zurückführen. Die wesentliche Möglichkeit der Verwertung ist die Verbrennung und damit das thermische Recycling. Doch die Glas- und Kohlefasern lassen sich nicht verbrennen, bleiben als Schlacke übrig und müssen aufwendig entsorgt werden. Eine große Unabhängigkeit vom Erdöl und eine vollständige thermische Verwertung bieten Faserverbundwerkstoffe auf Basis nachwachsender Rohstoffe. Im Rahmen eines Projekts bei der INVENT GmbH Braunschweig und gefördert durch die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) und in Zusammenarbeit mit der Firma Lettmann ist eine Diplomarbeit zum Thema: Entwicklung eines Konstruktionswerkstoffes auf Basis nachwachsender Rohstoffe für den Einsatz im Kanadierbau durchgeführt worden. Mit dieser Arbeit entstand ein Kanadier mit einem nachwachsenden Rohstoffanteil von etwa 80%. Gerade die Anwendung im Bereich Wassersport stellt große Anforderungen an den Werkstoff. Es ist daher verstärkt die Wirkung von Wasser auf den Werkstoff untersucht worden. Es zeigte sich, dass die Entwicklung erst am Anfang steht und noch viel Arbeit erfordert. Dennoch ist das gebaute Boot im praktischen Einsatz und hat sich bewährt. Das Potential der Naturfasern zeigt sich im geringen Gewicht der Bootes, das mit 29kg sechs Kilogramm leichter ist, als das gleiche Boot in Polyester-Glasfaser-Bauweise. Die im Naturfaserboot verwendeten Materialien sind ein Flachs-Baumwolle-Gewebe, Balsaholz und ein Harz auf Leinölbasis. Als Oberflächenschutz dient ein herkömmlicher Kunstharzlack. In Zukunft wird hier ein Gelcoat verwendet, wie es im Sportbootbau üblich ist. Die mit dem Kanadier gesammelten Erfahrungen machen diesen Werkstoff sehr interessant für eine Verwendung im Ruderbootbau. Gerade im Bereich Breitensport mit Gigbooten bieten sich nachwachsende Rohstoffe als Alternative an. Ansprechpartner: Dipl. Ing. Oliver Bahrmann INVENT GmbH Christian-Pommer-Str. 34 38112 Braunschweig Tel.: 0531 2 44 66 47 E-Mail: oliver.bahrmann@invent-gmbh.de |
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